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Landkauf in Mecklenburg-Vorpommern: Küste und Wasser

Ein Grundstück in Mecklenburg-Vorpommern verlangt neben dem Baurecht einen Blick auf Küstenlage, Schutzgebiete, Landwirtschaft, Kampfmittel und die kommunale Planung.

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Ein Flächenland mit sehr verschiedenen Kaufproblemen

Mecklenburg-Vorpommern ist kein einheitlicher Grundstücksmarkt. Küstenorte, Inseln, ländliche Dörfer, große Agrarflächen und ehemalige militärische Nutzungen bringen jeweils andere Prüfungen mit sich. Der Kauf eines Bauplatzes am Wasser folgt deshalb nicht derselben Logik wie der Erwerb einer Ackerfläche im Binnenland.

Die landesrechtliche Anlaufstelle bleibt das Regierungsportal Mecklenburg-Vorpommern. Für die konkrete Entscheidung sind aber Landkreis, kreisfreie Stadt und Gemeinde entscheidend. Das Flurstück, die Gemarkung und der aktuelle Planstand müssen in jede Anfrage aufgenommen werden.

Besonders bei Feriennutzung, Dauerwohnen und landwirtschaftlicher Nutzung darf eine attraktive Lage nicht mit gesichertem Baurecht verwechselt werden. Natur-, Wasser-, Denkmal- und Bodenfragen können das Vorhaben unabhängig vom Kaufpreis begrenzen.

Die neue Staffel der Abstandsflächen

Seit der Änderung vom 26. Mai 2026 richtet sich § 6 Abs. 5 LBauO M-V stärker nach der Gebäudeklasse. Vor den Außenwänden der Gebäudeklassen 1 bis 3 gelten 3 m, bei Gebäudeklasse 4 4 m und bei Gebäudeklasse 5 5 m.

In Gewerbe- und Industriegebieten sowie bei Antennenanlagen im Außenbereich gelten 0,2 H, mindestens 3 m. Im Übrigen greift 0,4 H, mindestens 3 m. Ein eigener allgemeiner Faktor für Kerngebiete und ein Schmalseitenprivileg sind in der geprüften Fassung nicht benannt.

Für ein Dorfgrundstück genügt deshalb die pauschale Aussage "drei Meter Abstand" nicht. Gebäudeklasse, Nutzung, Gelände und Bebauungsplan gehören zusammen. Die Übersicht zum Bauordnungsrecht M-V und die Bauvoranfrage-Prüfung helfen bei der Einordnung.

Baulast, Vorbescheid und Freistellung

Nach § 83 LBauO M-V wird eine Baulast durch Eintragung in das Baulastenverzeichnis öffentlich-rechtlich wirksam. Sie kann etwa eine Zufahrt oder eine andere Voraussetzung für die Bebauung sichern. Das Register ist neben Grundbuch und Kataster zu prüfen.

Der Vorbescheid nach § 75 LBauO M-V ist ein eigenes Sicherungsinstrument für eine konkrete Rechtsfrage. Er muss zum gekauften Flurstück und zum geplanten Vorhaben passen. Ein Hinweis im Verkaufstext ist kein Ersatz für den vollständigen Bescheid mit Lageplan.

§ 62 LBauO M-V erlaubt eine Genehmigungsfreistellung nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen, darunter ein rechtswirksamer Bebauungsplan, gesicherte Erschließung und keine entgegenstehenden Festsetzungen. Die Frist wird in der Grundlage mit einem Monat angegeben, nicht mit einer Wochenzahl. Bei Sonderbauten sowie größeren oder besonders publikumsintensiven Vorhaben greift die Freistellung nicht automatisch.

Für die Kaufakte gehören der Eintrag zum Baulastenverzeichnis nach LBauO M-V, der Bescheid und der Planstand zusammen. Ergänzend erklärt der Ratgeber zu Baulasten, welche Fragen vor der Unterschrift konkret gestellt werden sollten.

Karte Deutschlands, Mecklenburg-Vorpommern hervorgehoben, die Länder eingefärbt nach Grunderwerbsteuersatz von 3,5 bis 6,5 ProzentKarte in voller Größe öffnen
Grunderwerbsteuer aller sechzehn Länder. Mecklenburg-Vorpommern verlangt 6,0 %, gültig seit 1. Juli 2019. Die Karte zeigt den Satz, nicht den Betrag: der folgt aus der Gegenleistung im Kaufvertrag.

Kataster, Geoportal und Bodenrichtwert

Das GeoPortal Mecklenburg-Vorpommern bündelt Flurstücke, Bodenrichtwerte, Grundsteuerkarten und Bauleitplanung. Die Kartenansicht ist ein Recherchewerkzeug. Ob ein förmlicher Katasterauszug kostenfrei ist, lässt sich für "die ALKIS-Auskunft" nicht einheitlich bestätigen: Die Kartenansicht ist frei, ein formeller Nachweis kann Gebühren auslösen.

Das LAiV M-V mit Informationen zu ALKIS und das MV-Serviceportal für Katasterauszüge sollten deshalb nach Produkt unterschieden werden. Flurstücksnachweis, Eigentümernachweis und Kartendarstellung erfüllen nicht dieselbe Aufgabe.

Für Bodenrichtwerte ist der Bodenrichtwertdienst M-V zuständig. Die Werte beschreiben eine Bodenrichtwertzone, kein individuelles Baugrundrisiko. Sie sagen nichts über Altlast, Erschließung, Hochwasser oder die Zulässigkeit einer Ferienwohnung aus.

Die Küste ist eine eigene Prüfschicht

Bei einem Grundstück an Ostsee, Bodden oder einem größeren Binnengewässer muss die Wasserlage früh markiert werden. Für den Gewässerrandstreifen bestätigt die geprüfte Grundlage im Außenbereich 5 m nach § 38 WHG. Eine eigene abweichende innerörtliche Breite des Landes ist nicht bestätigt.

Die Information des Landwirtschaftsministeriums zum Gewässerrandstreifen gehört bei Uferlage in die Akte. Die bundesrechtliche Regelung findet sich außerdem in § 38 WHG. Für eine konkrete Maßnahme ist die zuständige Wasserbehörde mit Lageplan anzusprechen.

Der Begriff "Küstennähe" ersetzt keine Schutzgebiets- oder Planprüfung. Ein Haus, eine Aufschüttung, eine Uferbefestigung und eine neue Zufahrt können jeweils eigene Genehmigungsfragen auslösen. Die Entfernung zum Wasser wird deshalb nicht als alleinige Kaufentscheidung verwendet.

Karte Deutschlands, Mecklenburg-Vorpommern hervorgehoben, die Länder eingefärbt danach, ob ihr Bodenrichtwert maschinell abrufbar istKarte in voller Größe öffnen
Amtlicher Bodenrichtwert der Länder. In Mecklenburg-Vorpommern ist er maschinell abrufbar. Die Einstufung stammt aus unserer eigenen Abfrage der Landesdienste und sagt nichts über die Höhe oder die Qualität des Werts.

Naturschutz und das landesrechtliche Vorkaufsrecht

Mecklenburg-Vorpommern schützt große Natur- und Küstenräume. Nach § 66 BNatSchG in Verbindung mit § 34 NatSchAG M-V besteht ein naturschutzrechtliches Vorkaufsrecht für Flurstücke, die ganz oder teilweise in einem Nationalpark oder einem festgesetzten beziehungsweise einstweilig sichergestellten Naturschutzgebiet liegen.

Die Abfrage zum naturschutzrechtlichen Vorkaufsrecht sollte vor der Beurkundung flurstücksbezogen durchgeführt werden. Ein Kaufvertrag kann dadurch eine zusätzliche behördliche Prüfung erhalten. Das ist eine andere Frage als der allgemeine Bodenrichtwert oder die Bebaubarkeit.

Bei Moor, Wald, Küstenwiese und extensiv genutztem Grünland sollte außerdem die tatsächliche Nutzung dokumentiert werden. Eine bisherige landwirtschaftliche Nutzung wird nicht allein dadurch zu Bauland, dass eine Straße in der Nähe liegt. Der Bebauungsplan und die Erschließung bleiben eigenständige Prüfungen.

Landwirtschaftliche Flächen und Grundstücksverkehr

Für Mecklenburg-Vorpommern ist der landwirtschaftliche Grundstücksverkehr wirtschaftlich und rechtlich besonders relevant. Die geprüfte Grundlage bestätigt keine eigene Freigrenze nach dem Grundstückverkehrsgesetz. Das bedeutet: Bei einem größeren Agrargrundstück darf nicht mit einer landesrechtlichen Kleinflächen-Ausnahme kalkuliert werden, die nicht bestätigt ist.

Vor dem Kauf sind Nutzungsart, Pacht, Bewirtschaftung und die genaue Teilfläche zu klären. Ein Grundstück kann aus mehreren Flurstücken bestehen, während der Kaufvertrag nur einen Teil davon betrifft. Die Dokumentation des Landtags zum Grundstücksverkehr ist als landesbezogene Rechtsquelle zu speichern; bei einer konkreten Transaktion entscheidet die zuständige Stelle.

Für einen Eigenjagdbezirk nennt die Grundlage 150 ha als eigene Mindestgröße in Mecklenburg-Vorpommern. Bei der Anpacht kann der beim Eigenjagdbesitzer verbleibende Restteil bis auf 50 ha absinken. Diese Werte gehören nur in die jagdrechtliche Prüfung und nicht in die Bewertung eines normalen Bauplatzes.

Der § 7 BJagdG bildet den bundesrechtlichen Bezug. Die landesrechtliche Abweichung wird in der Veröffentlichung zum Landesjagdrecht M-V erläutert.

Seite zur Hochwassergefahr mit Luftbild, blau eingefärbten Überflutungsflächen, markiertem Flurstück und Legende der WassertiefenSeite in voller Größe öffnen
Für das Musterdossier Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) vom 12. September 2026 wurde die Hochwassergefahrenkarte des LUNG M-V Szenario für Szenario abgefragt. Seite 67 von 180 zeigt die Wassertiefe an der nächsten kartierten Fläche; das Flurstück liegt außerhalb der Flächen für HQ-häufig und HQ100.

Bodenbelastung und Kampfmittel

Das digitale Bodenschutz- und Altlastenkataster dBAK M-V bietet eine Online-Abfrage zu Bodenbelastungen. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie mit dBAK M-V ist die landesweite Informationsstelle. Schriftliche Anfragen können außerdem an die unteren Bodenschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte gerichtet werden.

Bei früherer Industrie, militärischer Nutzung, Tankstellen, Deponien oder Aufschüttungen sollte die Auskunft vor dem Kauf vorliegen. Ein unauffälliger Kartenausschnitt ist kein Nachweis, dass Bodenuntersuchung, Aushub oder Entsorgung entfallen.

Für Kampfmittel ist der Munitionsbergungsdienst Mecklenburg-Vorpommern zuständig. Die Online-Kampfmittelbelastungsauskunft ist kostenlos; eine schriftliche Antragstellung per Formular ist kostenpflichtig. Weil diese Kostenwege nicht einheitlich sind, wird kein pauschaler Betrag in die Kaufkalkulation eingesetzt.

Wald, Denkmale und Bergbau

Waldflächen sind in Mecklenburg-Vorpommern nicht bloß eine grüne Kulisse. Nach §§ 14, 15 LWaldG M-V ist die Waldumwandlung genehmigungspflichtig. Die Forstbehörde kann für die Wiederbestockung eine Frist setzen, die 3 Jahre nicht überschreiten soll.

Die Forstrechtsunterlage des Landes M-V sollte bei Waldanteil und geplanter Rodung früh geprüft werden. Ein Bebauungsplan allein beantwortet nicht, ob Waldrecht zusätzlich greift.

Für Denkmale gilt das DSchG M-V. Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege M-V ist die Denkmalfachbehörde. Die Denkmalliste wirkt nach der geprüften Einordnung nachrichtlich; ein fehlender frei zugänglicher Kartentreffer ist kein vollständiger Negativnachweis. Bei Bodeneingriffen gehört die archäologische Frage separat in die Anfrage.

Für Altbergbau und Bergrechte ist das Bergamt Stralsund die landesbezogene Anlaufstelle. Das Thema ist bei jedem Küstenkauf nicht automatisch einschlägig, bei früherer Gewinnung, Aufschüttung oder Bodenbewegung aber nicht durch eine allgemeine Baurechtsauskunft erledigt.

Nachbarrecht ohne eigenes Landesgesetz

Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Ländern ohne eigenes Nachbarrechtsgesetz mit festen Grenzabständen für Bäume und Hecken. Die Grundlage verweist auf BGB und eine Informationsbroschüre des Justizministeriums. Eine nicht bestätigte Meterzahl darf daher nicht in den Kaufvertrag oder die Planung übernommen werden.

Das Justizministerium M-V mit Informationen zum Nachbarschaftsrecht ist die richtige erste Adresse. Für die konkrete Situation bleiben außerdem örtliche Satzungen, Baumschutz, Bebauungsplan und tatsächlicher Bestand relevant.

Das Land verwendet bei der Grundsteuer das Bundesmodell. Für die Grunderwerbsteuer gilt in der geprüften Grundlage ein Satz von 6 %. Die Steuerverwaltung M-V zur Grunderwerbsteuer und die Information zur Grundsteuerreform trennen die beiden Steuerarten.

Preis, Straßenbeitrag und Baugebühren

Für baureifes Land nennt die amtliche Kaufwertstatistik Mecklenburg-Vorpommerns im Jahr 2024 durchschnittlich 115,30 EUR je m². Das ist ein landesweiter durchschnittlicher Kaufwert und kein Bodenrichtwert für das einzelne Grundstück. Der Statistische Kaufwert für baureifes Land muss deshalb mit Lage, Erschließung und Nutzbarkeit abgeglichen werden.

Für Straßenbaumaßnahmen, deren Durchführung ab dem 1. Januar 2018 beginnt, werden nach § 8a KAG M-V keine Straßenbaubeiträge erhoben. Das ist von bundesrechtlichen Erschließungsbeiträgen nach dem BauGB zu unterscheiden. Die Regelung zur Abschaffung der Straßenbaubeiträge gehört bei einem noch nicht fertig ausgebauten Weg in die Akte.

Die Baugebühren richten sich nach der BauGebVO M-V. Die Baugebührenverordnung M-V nennt den Gebührenrahmen; die konkrete Rechnung hängt von Amtshandlung und Verfahren ab. Ein pauschaler Betrag aus einem Maklertext ist keine Behördenauskunft.

Checkliste für den Kauf im Land

Die Reihenfolge sollte zur Landschaft passen: zuerst Flurstück, Gemeinde, Plan und Erschließung, danach Wasser, Schutzgebiet, Altlast, Kampfmittel, Wald, Denkmal und Bergbau. Bei Agrarflächen kommen Grundstücksverkehr, Pacht und Jagd hinzu.

In einer Tabelle werden Frage, Quelle, Antwort und Folge festgehalten. Offene Felder bleiben offen, besonders die innerörtliche Gewässerrandstreifenbreite, die Kostenfreiheit einer allgemeinen ALKIS-Auskunft, die Freigrenze im Agrarverkehr und die Eintragungsliste für Denkmale. Eine Behörde wird mit Flurstück und Lageplan erneut gefragt.

Hilfreich sind der Ratgeber zu Erschließung und Zufahrt, die Altlasten-Prüfung, der Ratgeber zum Bodenrichtwert und die Kostenübersicht. Für die Kalkulation der Erwerbsnebenkosten hilft der Grunderwerbsteuer in den 16 Bundesländern im Vergleich; die Abstandsprüfung lässt sich mit den Abstandsflächen in den 16 Bundesländern im Vergleich einordnen. Für öffentlich-rechtliche Sicherungen bietet außerdem die Baulast in Deutschland: 16 Länder im Vergleich einen Überblick.

Vor der Beurkundung die Küsten- und Bodenfragen sichern. Die Notartermin-Checkliste hilft bei Bedingungen und Anlagen.

Die Behördenantworten zusammenführen. Die Grundstücksprüfung hält offene Punkte sichtbar.

PrüffeldBesonderheit in Mecklenburg-VorpommernKonsequenz
AbstandGebäudeklassen 1 bis 3: 3 m; Klasse 4: 4 m; Klasse 5: 5 mBaukörper und Klasse prüfen
GewässerAußenbereich 5 m nach § 38 WHGWasserbehörde fragen
NaturschutzVorkaufsrecht in Nationalpark und Naturschutzgebiet möglichFlurstück abfragen
Bauland115,30 EUR je m², Kaufwertstatistik 2024Nicht mit Bodenrichtwert verwechseln
NachbarrechtKein eigenes Landesgesetz mit festen GrenzabständenBGB und Satzung prüfen

Die Tabelle dient der Orientierung in der Kaufakte. Sie ersetzt weder den Bescheid noch die schriftliche Auskunft der zuständigen unteren Behörde. Vor dem Notartermin werden Planstand, Flurstück, Abrufdatum und offene Antworten erneut miteinander verglichen.

Im ländlichen Raum ist außerdem die Erschließung nicht selbstverständlich. Eine öffentliche Straße, ein privater Weg, Wasser, Abwasser und Energie werden getrennt nachgewiesen. Die Landesrechtsfassung zur Bauordnung ist zusammen mit dem Abstandsrecht der LBauO M-V und dem Vorbescheid nach LBauO M-V abzulegen. Diese Links führen zur landesrechtlichen Fassung; die Gemeinde entscheidet den Einzelfall.

Bei einem Küsten- oder Inselgrundstück kommen häufig saisonale Nutzung und besondere Erschließungskosten hinzu. Eine Ferienwohnung, ein Dauerwohnsitz und ein landwirtschaftliches Gebäude sind planungsrechtlich nicht austauschbar. Die Satzung der Gemeinde und der aktuelle Bebauungsplan sind deshalb neben dem Landesrecht zu prüfen. Ein positiver Hinweis aus einer Karte darf keine Genehmigung ersetzen.

Die Unterlagen auf einen Stand bringen. Die Grundstücksprüfung hält Plan, Quelle und offene Folgefrage zusammen.

Die schriftliche Anfrage nennt Adresse, Ortsteil, Flurstück, Gemarkung, geplante Nutzung und gewünschte Gebäudeklasse. Die Genehmigungsregeln im Landesrecht, die Genehmigungsfreistellung im Landesrecht und die Bauaufsicht im Landesrecht sind dann nachvollziehbar zugeordnet. Eine kurze, präzise Frage liefert später eine belastbarere Kaufakte. Das gilt besonders bei Teilungen, alten Gebäuden, Uferwegen und Flächen mit wechselnder Nutzung. Jede Antwort wird mit Datum und Flurstück in der Kaufakte dauerhaft und später jederzeit prüfbar gespeichert.

Baulandpreise der Länder im Vergleich

LandWertRechtsgrundlageQuelle
Baden-WürttembergBaureifes Land 2024: 362,06 EUR/m². Durchschnittlicher amtlicher Kaufwert für baureifes Land in Baden-Württemberg; kein Bodenrichtwert.§ 1 LStatG BWQuelle Baden-Württemberg
BayernBaureifes Land 2024: 381 EUR/m². Das Bayerische Landesamt für Statistik weist 2024 einen durchschnittlichen Kaufwert von 381 Euro je m² baureifem Land aus; regionale Unterschiede sind erheblich.Art. 1 Bayerisches StatistikgesetzQuelle Bayern
BerlinBaureifes Land 2024: 705,19 EUR/m². Landesweiter durchschnittlicher Kaufwert der amtlichen Kaufwertstatistik; kein Bodenrichtwert.§ 2 Statistikgesetz Berlin-BrandenburgQuelle Berlin
BrandenburgBaureifes Land 2024: 176,8 EUR/m². Landesweiter durchschnittlicher Kaufwert der amtlichen Kaufwertstatistik; kein Bodenrichtwert.Statistischer Bericht M I 6 – j/24, Tabelle 5Quelle Brandenburg
BremenBauland insgesamt 2022: 131,69 EUR/m². Veröffentlichter Wert für alle Baulandarten zusammen; ausdrücklich nicht baureifes Land.
Marktgröße Bauplätze 2025/2024: 71, 19 Verkäufe. Anzahl verkaufter Bauplätze, keine Preisangabe.
Kaufwertstatistik für Bauland; Grundstücksmarktbericht Bremen 2026Quelle Bremen
HamburgBaureifes Land 2024: 1026,71 EUR/m². Landesweiter durchschnittlicher Kaufwert; kein Bodenrichtwert.Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-HolsteinQuelle Hamburg
HessenBaureifes Land, Hessen insgesamt 2024: 246,36 EUR/m². Aus den amtlichen Werten für 1.639 Tsd. m² Fläche und 403.791 Tsd. EUR Kaufsumme ergibt sich rund 246,36 EUR/m²; der Wert ist ein durchschnittlicher Kaufwert, kein Preisindex.Statistischer Bericht M I 6 - j/24, Hessisches Statistisches LandesamtQuelle Hessen
Mecklenburg-VorpommernBaureifes Land 2024: 115,3 EUR/m². Landesweiter durchschnittlicher Kaufwert; kein Bodenrichtwert.Amtliche Kaufwertstatistik für Bauland, Statistisches Amt Mecklenburg-VorpommernQuelle Mecklenburg-Vorpommern
NiedersachsenBaureifes Land 2024: 148,01 EUR/m². Landesweiter durchschnittlicher Kaufwert der amtlichen Statistik; kein Bodenrichtwert.§ 1 NStatGQuelle Niedersachsen
Nordrhein-WestfalenBaureifes Land 2024: 272,59 EUR/m². IT.NRW weist für baureifes Land in NRW im Jahr 2024 einen flächengewichteten durchschnittlichen Kaufwert von 272,59 Euro je m² aus; es handelt sich um Kaufwertstatistik, nicht um einen Bodenrichtwert.§ 3 Statistikgesetz NRWQuelle Nordrhein-Westfalen
Rheinland-PfalzBaureifes Land, Rheinland-Pfalz insgesamt 2024: 175 EUR/m². Das Statistische Landesamt weist für 2.310 Verkäufe im Jahr 2024 durchschnittlich 175 EUR/m² aus; dies ist ein Kaufwertdurchschnitt und kein Preisindex.Kaufwerte für Bauland 2024, Statistisches Landesamt Rheinland-PfalzQuelle Rheinland-Pfalz
SaarlandBaureifes Land 2025: 135,02 EUR/m². Landesweiter durchschnittlicher Kaufwert.
Bauland insgesamt 2025: 112,21 EUR/m². Alle Baulandarten zusammen; nur Vergleichswert, keine grundstücksbezogene Aussage.
Statistik der Kaufwerte für Bauland (§ 195 BauGB i.V.m. Agrarstatistikgesetz/Landesstatistikrecht)Quelle Saarland
SachsenBaureifes Land 2024: 155,0 EUR/m². Landesweiter durchschnittlicher Kaufwert; kein Bodenrichtwert.Sächsisches StatistikgesetzQuelle Sachsen
Sachsen-AnhaltBaureifes Land, Sachsen-Anhalt 2024: 65,42 EUR/m². Das Statistische Landesamt weist für baureifes Land im Landesdurchschnitt 65,42 EUR/m² aus; der Gesamtwert für alle unbebauten Grundstücke beträgt 29,33 EUR/m².Statistik der Kaufwerte für Bauland; Statistisches Landesamt Sachsen-AnhaltQuelle Sachsen-Anhalt
Schleswig-HolsteinBaureifes Land 2024: 137,13. Die Statistik weist für Schleswig-Holstein insgesamt beim baureifen Land einen durchschnittlichen Kaufwert von 137,13 Euro/m² aus.Statistik der Kaufwerte für BaulandQuelle Schleswig-Holstein
ThüringenBaureifes Land 2025: 74,09 EUR/m². Landesweiter Durchschnitt für Thüringen insgesamt; nicht die Preisklasse unter 5 EUR/m².Amtliche Kaufwertestatistik für Bauland, Thüringer Landesamt für Statistik / Regionaldatenbank DeutschlandQuelle Thüringen

Quellenstand und Grenzen

Stand der Angaben: 7. August 2026. Landesrecht, kommunale Satzungen, Planstände und Behördenpraxis können sich ändern. Eine Onlinekarte oder allgemeine Statistik ersetzt nicht die Prüfung des konkreten Grundstücks.

Weiterlesen: Bauantrag und Bauvoranfrage, Baulasten und Altlasten.

GrundCheck-Redaktion

Häufige Fragen

Welche Abstandsflächen gelten in Mecklenburg-Vorpommern?

Nach § 6 Abs. 5 LBauO M-V gelten für Gebäudeklassen 1 bis 3 grundsätzlich 3 m, für Gebäudeklasse 4 4 m und für Gebäudeklasse 5 5 m. Weitere Fälle werden mit 0,2 H oder 0,4 H, jeweils mindestens 3 m, geregelt.

Gibt es in Mecklenburg-Vorpommern ein Baulastenverzeichnis?

Ja. § 83 LBauO M-V regelt die Baulast und ihre Eintragung in das Baulastenverzeichnis. Die Auskunft sollte sich auf das konkrete Flurstück beziehen.

Wie breit ist der Gewässerrandstreifen?

Für den Außenbereich bestätigt die geprüfte Grundlage 5 m nach § 38 WHG. Eine eigene landesrechtliche Innerortsbreite ist nicht bestätigt und muss bei der zuständigen Stelle geklärt werden.

Gibt es ein Nachbarrechtsgesetz mit Baumabständen?

Nein. Mecklenburg-Vorpommern hat nach der geprüften Grundlage kein eigenes Nachbarrechtsgesetz mit festen Meterwerten für Bäume und Hecken. BGB, örtliche Satzungen und der konkrete Bestand sind zu prüfen.

Was kostet baureifes Land in Mecklenburg-Vorpommern?

Die amtliche Kaufwertstatistik nennt für 2024 durchschnittlich 115,30 EUR je m². Das ist kein Bodenrichtwert für das einzelne Grundstück.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer?

In der geprüften Landesgrundlage ist für Mecklenburg-Vorpommern ein Satz von 6 % bestätigt. Die steuerliche Behandlung sollte für den konkreten Erwerbsvorgang mit der Steuerverwaltung abgeglichen werden.

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